Testbericht - Surface Pro 4

Juni 21, 2017

Das Microsoft Surface Pro 4

Wie ich bereits in meinem vorherigen Testbericht beschrieben habe, stellte ich mich im Jahr 2015 einigen neuen Herausforderungen, die ich rückblickend als Start in den Bereich der professionellen Fotografie erachte.

Der Computer spielt dabei eine wichtige Rolle in der Bildbearbeitung. Mein bis dahin verwendeter Laptop erbrachte nicht mehr die gewünschte Leistung. Leider entwickelte dieser Hersteller keine neue innovative Modelle, sodass ich mich umschaute und bei Microsoft landete, das mit dem Surface Pro 3 die zweite Pro-Generation des Surface herausbrachte. Ich entschied mich aus einem reinen Bauchgefühl, mir eines anzuschaffen und noch bis heute leistet mir das Tablet treue Dienste.


Vor kurzem bekam ich von Microsoft die überarbeitete Variante, das Surface Pro 4, für eine Fotoreise zur Verfügung gestellt. Die vierte Generation der Surface-Familie verfügt über einen i7-Prozessor und 8GB RAM. Klingt auf den ersten Blick nicht nach viel Power, aber ich wusste bereits von meinem Surface Pro 3 mit einem i5-Prozessor und 4GB RAM, dass die Bildbearbeitung normalerweise ohne Ruckler erfolgt. Doch dieses Mal hatte ich nicht wie sonst eine Sony Kamera dabei, sondern eine Phase One IQ3 100MP XF System, deren RAW-Files schnell ein Grösse von bis zu 150MB erreichen können.



Tethered Shooting mit Capture One Pro 10 auf einem Microsoft Surface Pro 4 und einem Phase One IQ3 100MP XF System

Handlichkeit

Das Surface Pro 4 ist ein Laptop/Tablet, man kann es sowohl mit Tastatur als auch ohne nutzen. Zudem verfügt es über einen Touchscreen mit Stifteingabe sowie ein Touchpad, welches in der Tastatur integriert ist. Der Surface Pen wurde mit dem Surface Pro 4 leicht überarbeitet und bietet nun nur noch ein Rechtsklick statt wie zuvor noch zusätzlich den Linksklick. Die Druckstufen des Stiftes wurden überarbeitet , sodass der Stift nun 1024 statt wie zuvor 256 unterstützte Druckpunkte anbietet. Zudem ist er dank magnetischem Prinzip leicht an der linke Seite des Surface zu befestigen. Auch wurde der Knopf für die Lautstärke neu von links nach oben versetzt. Ansonsten blieb das Design des Surface beinahe unverändert. Das Surface Pro 4 besticht mit seiner Handlichkeit, dem Gewicht von 1135 Gramm (inklusive Tastatur und Stift) sowie seiner Grösse. Für mich als Reise- und Landschaftsfotograf ein idealer Begleiter.


Grafik

Im Surface Pro 4 ist eine Intel Iris Graphics 540 Grafikkarte eingebaut, welche eine sehr hohe Grafikleistung erbringt. Gegenüber dem vorherigen Modell gibt es zudem Verbesserungen in der Monitorauflösung (2736x1824 statt 2160x1440), sprich eine leicht höhere Pixeldichte (267ppi statt 216 ppi) sowie mehr Pixel (5.0Million statt 3.1Million). Darüber hinaus wurde auch die maximale Helligkeit, das Kontrastverhältnisses, die absolute Farbgenauigkeit, die Betrachtungswinkelleistung und die Bildschirmreflexion verbessert, was zu einer wesentlich höheren Leistung bei Umgebungslicht führt. Das Surface Pro 4 bietet eine Farbraumabdeckung von 98% im sRGB bzw. 62% im AdobeRGB-Standard. Dennoch hat das Surface Pro 4 wie sein Vorgänger noch immer den Makel des stark reflektierenden Display. Daher mein Tipp: unbedingt eine Folie wie die Dicota Antiglare montieren! Schützt das Display und minimiert störende Reflektionen. Im Test mit dem X-Rite i1 Pro zeigten sich nach einer Monitorkalibrierung keine grossen Unterschiede, dennoch wurde ein leichtes Backlight-Bleeding gemessen. Weiter Messdaten für das Display können bei Displaymate entnommen werden.

Unterwegs, mit Capture One Pro 10 auf einem Microsoft Surface Pro 4, am Bilder

Leistung

Man glaubt es kaum doch das Surface Pro 4 hat geballte Power unter seiner Haube. Mit den erneuerten Prozessoren sowie der neuen Grafikkarte merkt man gegenüber dem Surface Pro 3, zumindest in der Bildbearbeitung, einen gewaltigen Sprung nach vorne bei der Leistung. Während der Bearbeitung der hochauflösenden Bilder, kam das Tablet nur ganz selten ins Stocken, eigentlich nur, wenn ich während der Ausgabe noch weiter Bilder bearbeiten wollte. Während anspruchsvollen Prozessen wird der CPU von 2.2Ghz auf 3.4Ghz getaktet. Bei längerer Übertaktung kann man dies sogar akustisch wahrnehmen da der Lüfter stärker läuft, mit rund 40dB ist der Geräuschpegel in der Last fast gleich wie beim Surface Pro 3. Die Akkulaufzeit ist bei normaler Verwendung sehr gut, bei intensiver Nutzung wie der Bildbearbeitung musst ich eine leichte Verringerung gegenüber dem Surface Pro 3 feststellen, diese kommt aber wahrscheinlich auch durch die höher Leistung, die das Surface Pro 4 erbringt.

Fazit


Wer viel unterwegs ist, einen starken Laptop aber auch gerne eine handliches Tablet möchte, findet hier das optimale Gerät. Fotografen und Grafiker, die einen hohen Anspruch an das Display bzw. Grafikperformance haben, werden von diesem Gerät nicht enttäuscht, sondern gar positiv überrascht, denn mit seiner Leistung schlägt er so manchen Desktop-Computer.

Pluspunkte:
+ starke GPU-Leistung
+ schnelle SSD-Leistung
+ sehr hohe sRGB-Farbraum Abdeckung
+ sehr ergonomisch dank Touch/Stifteingabe
+ leicht und handlich

Minuspunkte:
- reflektierendes Display
- minimales Backlight-Bleeding
- Lüfter heult auf in warmer Umgebung bzw. bei starker Übertaktung

Unterwegs dem Microsoft Surface Pro 4 und einem Phase One IQ3 100MP XF System

Dies ist ein unabhängiger Bericht über das Microsoft Surface Pro 4, ich wurde hierfür nicht bezahlt und bin aktuell auch nicht Teil eines Ambassador Programms. Einzig wurde das getestete Surface Pro 4 von Microsoft Schweiz GmbH freundlicherweise für diesen Test zur Verfügung gestellt. Danke auch an dieser Stelle an Phase One A/S für das Testen des XF Kamera Systems.

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